SIPPO Import Promotion Forum 2019: Beschaffung 4.0

November 22nd, 2019

Das diesjährige SIPPO Import Promotion Forum, das am 14. November 2019 in der Konzernzentrale von Fossil Europe in Basel stattfand, befasste sich mit den Fragen rund um Sourcing 4.0: Wie wirkt sich die Digitalisierung auf Lieferketten und Exportmärkte in Entwicklungsländern aus?

Die vielen Referenten befassten sich mit den verschiedenen Dimensionen des Themas: von der politischen über die technische bis zur gesellschaftlichen Dimension, mit Beispielen von Unternehmern, die Lieferketten entwickeln und aus Entwicklungsländern beziehen.

Dr. Petersen von der Bertelsmann Stiftung nahm die Zuhörer als erster Referent auf eine Reise durch die politische Dimension und erläuterte, wie die technologische (R)Evolution mehreren Entwicklungsländern die Möglichkeit zum "Leapfrogging" bieten wird - die Ausnutzung des technischen Fortschritts, wie zum Beispiel durch die Anwendung des Mobiltelefons ohne vorher Zugriff auf Festnetz gehabt zu haben wie dies derzeit geschieht - und wies gleichzeitig darauf hin, dass der zunehmende Einsatz von Technologie die Volkswirtschaften zu immer qualifizierteren Arbeitskräften führen wird, sodass Bildung der Schlüssel für diese Vorbereitung sein wird.

Herr Holenstein von der Firma Modum erläuterte, wie die Erfindung der Firma, ein Thermometer welches die Temperatur in Containern misst und die Daten in einer Blockchain registriert, es Exporteuren, Importeuren, Frachtunternehmen und Versicherungen ermöglicht, den Warentransport in Echtzeit zu verfolgen und allen Parteien transparent zur Verfügung zu stellen.

Karin Frick , Mitglied der Geschäftsleitung vom Gottlieb-Duttweiler-Institut überzeugte die Zuhörer davon, dass in einer immer komplexer werdenden, anonymen und digital vernetzten Welt der Verbraucher auf Technologie vertraut - zum Beispiel Amazons Alexa und Bilder auf Instagram, die mit Onlineshops verknüpft sind, definieren die Beziehung zwischen Mensch und Maschine mit E-Commerce neu. Das Vertrauen in die virtuelle Online-Welt wächst somit stetig.

Der Schweizer Künstler und Unternehmer Dieter Meier vertiefte seine persönlichen Erfahrungen und teilte mit, wie der Schlüssel für ein erfolgreiches Exportgeschäft aus dem Ausland - er exportiert derzeit argentinischen Bio-Wein und Rindfleisch und entwickelt eine innovative Schokolade aus importiertem Kakao aus Peru - im Verstehen und Vertrauen der organischen Produkte der Natur liegt und das es sehr wichtig sei, das Geschäft mit Überzeugung führen.

Simon Hohmann von Remei, ein Biotextilunternehmen, das mit lokalen Communities in Ländern wie Tansania und Indien Kleidung herstellt, und Jürg Birkenmeier von Coop berichteten, wie Remei Coop von ihrem Nachhaltigkeitsansatz überzeugte und Coop seit einigen Jahren sehr erfolgreich Remei Produkte verkauft, da der Kunde bereit ist, für nachhaltig produzierte Kleidung zu bezahlen.

Monica Rubiolo, Leiterin Trade Promotion, SECO Economic Cooperation and Development, betonte, wie wichtig es sei, die Unterstützung und Integration von Entwicklungsländern in die digitale (R)evolution sicherzustellen - von der Unterstützung der digitalen Transformation über den Zugang zu Kapital bis hin zur Unterstützung spezifischer Wertschöpfungsketten versucht SECO, die Fähigkeiten und Kompetenzen in Entwicklungsländern zu unterstützen.

Passend zum Thema Digitalisierung konnten die Zuhörer über ein Online-Tool Fragen stellen, beispielsweise: „Wie können wir die Länder, die Verlierer" von der Digitalisierung sind, am besten unterstützen?“ Dr. Petersen erklärte, dass die Politik für die erforderlichen Rahmenbedingungen sorgen muss und Bildung die bestmögliche Vorbereitung auf diese Entwicklung sei.

 

In einem Abschlussgespräch diskutierten Martin Saladin, Leiter Operative Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung beim SECO, Kaspar Engeli, Direktor des Schweizerischen Einzelhandelsverbandes Handel Schweiz, und Samuel Bon, CEO von Swisscontact, darüber, wie der Handel aufgrund der Digitalisierung immer agiler wird und wie wichtig die Rolle des öffentlichen Gutes für die Schaffung von Vertrauen in die Digitalisierung und für die Bereitstellung von Rahmenbedingungen und Rechtssicherheit für Investitionen sei. Das Gespräch endete mit einer Aufmunterung zur systemichen Zusammenarbeit, die immer wichtiger sein wird in einer immer zunehmend digitalisierten Welt.