«Die Schweiz ist nicht nur eine Export- sondern auch eine Importnation», startete Botschafter Eric Scheidegger, Leiter der Direktion für Wirtschaftspolitik des SECO, sein Plädoyer für den Import. Das Total der Exporte betrug 2017 CHF 221 Mrd., jenes der Importe 186 Mrd. Dies gelte es, der Schweizer Politik und der Bevölkerung vermehrt bewusst zu machen, auch wenn schwierig zu erklären sei, wie die Schweiz von der Integration in internationale Wertschöpfungsketten profitiere. Denn internationaler Handel ist Treiber des Wirtschaftswachstums – vor allem auch in kleinen, offenen Volkswirtschaften wie der der Schweiz. Immerhin arbeiten rund drei Viertel aller Beschäftigen in der Schweiz in einem Unternehmen, das im internationalen Handel tätig ist.

Botschafter Eric Scheidegger, Leiter Sektion Wirtschaftspolitik, SECO

Nicht vergessen werden dürfe auch, dass über 20 Prozent der Wertschöpfung Schweizer Exporte auf Importen basieren. Für die Unternehmen wiederum bedeute der internationale Handel die Sicherung ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Dennoch: Die Importförderung in der Schweiz verfügt im Gegensatz zur Exportförderung immer noch über ein schlechtes Image, was Scheidegger mit einer Angst vor Konkurrenzprodukten aus dem Ausland begründete. Hier gilt es, Aufklärungsarbeit zu leisten.

Positive Verflechtung zwischen Import und Export

Samuel Hess, Leiter Bereich Wirtschaft, Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Basel-Stadt, betonte in seiner Grussbotschaft, wie verflechtet die Region Basel mit dem Aussenhandel ist. Zentral dabei sind freie Märkte, die Personenfreizügigkeit, aber auch Rechtssicherheit und die Steuervorlagen.

Wie die Schweiz ihre Importeure unterstützen kann

Dass ein erfolgreicher Export mit einem smarten Import zusammenhängt, bestätigte auch Arancha González, Executive Director des International Trade Centre. Die Schweiz könne ihre Importeure auf drei Ebenen unterstützen:

- indem sie das System der WTO verteidigt und die Reformbemühungen, die zweifelsohne nötig sind, fördert;

- indem sie die Beziehungen mit Ländern in aller Welt durch Handelsabkommen diversifiziert und stärkt und damit die Voraussetzung dafür schafft, dass Handel überhaupt möglich wird; 

- indem sie auf nationaler Ebene Rahmenbedingungen – insbesondere in der Bildung – schafft, die den Herausforderungen der Zukunft an Handel und Arbeitsmarkt gewachsen sind. Eine robuste Wirtschaft wird nur durch robuste Zivilgesellschaft getragen.

Arancha González, Executive Director des International Trade Centre

Nachverfolgbarkeit: Herausforderung über Branchen hinweg

Diese Einsichten wurden im zweiten Teil der Veranstaltung ergänzt durch die Stimmen von Importeuren und Vertreterinnen und Vertreter der öffentlichen Hand. So unterschiedlich die Bedürfnisse betreffend Importförderung einzelner Branchen sind, so einig waren sich alle Rednerinnen und Redner, dass die Nachhaltigkeit und vor allem die Nachverfolgbarkeit bis zum Produzenten ein zentrales Kundenbedürfnis ist, das grosse Herausforderungen an den Handel stellt. Rita Stupf, Programmleiterin SIPPO, versprach, dass SIPPO die Impulse aus dieser Diskussion in seine zukünftige Arbeit aufnehmen wird.

Exportförderorganisationen im Fokus von SIPPO

Monica Rubiolo, Leiterin Handelsförderung des SECO, erklärte den Ansatz des SIPPO-Programms: über Exportförderorganisationen in den Partnerländern. «Wir glauben an das Multiplikatoren-Potential von Exportförderorganisation und dass die Länder zukünftig selbst in der Lage sein werden, Exporte zu fördern.» Die enge Zusammenarbeit mit den Importförderungs-Programmen anderer Länder ermögliche es SIPPO, die Kräfte zu bündeln anstatt im Wettbewerb zueinander zu stehen. Den Ansatz, die Exportförderorganisationen aus den Partnerländern ins Zentrum stellt, beurteilt Kaspar Engeli, Direktor von Handel Schweiz, als richtigen Weg, der aber viel Zeit brauche. «Langfristig aber werden die Importeure bessere und gut aufbereitete Informationen zur Verfügung haben.» Mit seinem Commitment zu SIPPO unterstützt Handel Schweiz das SECO auf diesem Weg.